Schwieriger Entscheid des Bundesrates: Der Bundesrat hat entschieden, die Gebühren der SRG nicht zu erhöhen, obwohl er anerkennt, dass die SRG einen zusätzlichen Finanzbedarf zur Erfüllung ihres Leistungsauftrages benötigt. Das ist für die SRG ein schwieriger Entscheid, denn sie muss damit mit weniger Geld die mindestens gleiche Leistung bieten. Deshalb wird diese Kampagne weitergeführt, um das volle Programm der SRG zu erhalten: Weitere Informationen
Das volle SRG-Programm ist wichtiger Service public
Bei der SRG droht ein Abbau bei den Programmen im Radio und Fernsehen und auch beim Personal. Ihre finanziellen Mittel reichen nicht mehr zur Erfüllung ihres Auftrages aus. Der Service public beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Schweiz ist damit gefährdet.
Warum aber ein durch Gebühren finanziertes Service-Public-Programm und warum das volle Programmangebot für möglichst viele Bedürfnisse?
Der Markt kann es nicht richten
Die Schweiz muss als einziges Land in Europa ein dreisprachiges Vollprogramm für das Radio und TV und für die Rätoromanen ein gut ausgebautes Programm garantieren. Das ist nur mit einem Service public-System möglich, denn auf dem freien Markt wäre ein Programm für vier Sprachregionen nicht finanzierbar. Die SRG muss möglichst Programme aus der Schweiz für die Schweiz bieten und den gesetzlichen Programmauftrag einhalten, darin heisst es: „Die SRG fördert das Verständnis, den Zusammenhalt und den Austausch unter den Landesteilen, Sprachgemeinschaften, Kulturen und gesellschaftlichen Gruppierungen und berücksichtigt die Eigenheiten des Landes und die Bedürfnisse der Kantone.“ Weiter muss sie die kulturellen Werte der Schweiz stärken, die Bildung des Publikums fördern, aber auch eigenständige Unterhaltungssendungen bieten. Die SRG muss auch zur freien Meinungsbildung beitragen und das durch umfassende, vielfältige und sachgerechte Information insbesondere über politische, wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge.
Für die demokratische Debatte über Politik und wichtige gesellschaftliche Fragen sind Radio und Fernsehen enorm wichtig und für die Demokratie lebensnotwendig. Das kann nur ein Service public, weil sich das kommerziell nicht lohnt.
Die Minderheiten sind wir alle
In der Schweiz sind fast alle medialen Bedürfnisse für sich alleine gemessen Minderheiten-Programme – zum Beispiel Kinderprogramme, Sportprogramme, Kulturprogramme, Infosendungen. Die Nutzung solcher spezifischer Programme aber gibt zusammengenommen die grosse Mehrheit der Bevölkerung. Es gibt für solche Minderheiten keine kommerzielle Alternative, weil die Märkte in der Schweiz zu klein sind. Eine Alternative über ausländische Programme wäre – wenn überhaupt – nur bei „globalen“ Angeboten wie Olympischen Spielen (dann aber ohne Schweizer Bezug) oder bei internationalen Spielfilmen (dann würde die Schweizer Werbung noch mehr ins Ausland abwandern) möglich. Das würde auch heissen, dass Schweizer Filme kaum mehr produziert werden könnten, denn ohne SRG gibt es keinen Schweizer Film. Viele Sendungen der SRG sprechen zwar in absoluten Zahlen ein erstaunlich grosses Publikum an, für sich genommen sind es aber immer nur Minderheiten und im Vergleich mit grossen Ländern sind es sehr kleine Publikumszahlen.
Den Service public-Auftrag reduzieren?
Es gibt immer wieder Stimmen, welche den Service public-Auftrag der SRG reduzieren möchten. Sie argumentieren, der Service public sei wichtig, aber nur für ein beschränktes Programm vor allem im Bereich Information und Kultur. Diese Ansicht führt in die Sackgasse und letztlich zur Aushöhlung der SRG. Richtig ist, ein gebührenfinanzierter Sender wie die SRG muss den Qualitätsaspekt anders und höher gewichten als die kommerziellen Sender. Sie muss nicht alles bringen. Aber das grosse Publikum in der Schweiz wünscht eben eine Vielfalt – also auch Shows aus der Schweiz, gute Spielfilme und populäre Serien, und - wie Reaktionen bei der angedrohten Streichung der Formel-1-Rennen zeigten - auch z.B. Autorennen auf dem Schweizer Kanälen. Gerade in den Bereichen Sport und Film würden noch mehr Angebote ins teure Pay-TV abwandern, wenn die SRG das nicht mehr bieten könnte. Es würden vor allem ausländische Fernsehsender profitieren und mit Fenstern für ein Schweizer Publikum Werbegelder aus der Schweiz abziehen.
Ein guter Service public ist nicht billig zu haben
Für die Programme des öffentlichen Rundfunks (wie jene der SRG) gilt die Qualität als oberstes Prinzip. Qualität heisst unter anderem: Seriöse Informationen, technisch hochwertige Übertragungen und aufwändige und interessante Sendungen speziell für die Schweiz wie z.B. „SF bi de Lüüt“, Hörspiele, Schweizer Filme, Echo der Zeit, usw. Mit solchen Eigenproduktionen muss sich die SRG von den kommerziellen Programmen des Auslandes unterscheiden – und da kann sie sich noch verbessern – statt sich beim Kommerz anzubiedern. Aber qualitativ gute Eigenproduktionen sind aufwändig und teuer.
